Mitglieder Login



Volltextsuche

Köln, 29. Oktober 2009 - Neue Bundesregierung muss Abfallwirtschaft gleichermaßen verbraucherfreundlich und krisensicher gestalten

"Die neue Bundesregierung muss die Rahmenbedingungen für die deutsche Abfallwirtschaft bei der Umsetzung der EU-Abfallrahmenrichtlinie in deutsches Recht verlässlich, verbraucherfreundlich und möglichst krisensicher gestalten", fordert Dr. Rüdiger Siechau, Vorstandsvorsitzender des VKS im VKU. „Der Bürger ist ein wichtiger Partner, um die im Abfall enthaltenen Rohstoffe für ein hochwertiges Recycling bereitzustellen - beispielsweise im Rahmen der Getrenntsammlung", so Siechau weiter.

 

CDU und FDP haben im Rahmen der Koalitionsverhandlungen ihre Vorstellungen über die weitere Entwicklung in der deutschen Abfallwirtschaft kon- kretisiert. Ziel ist eine ökologisch und ökonomisch effiziente sowie verbraucherfreundlichere Abfallwirtschaft. Hier scheinen die kommunalen Forderungen Gehör gefunden zu haben. „Wir werden die Bundesregierung auch in der Zukunft zu ihrem Bekenntnis einer starken kommunalen Selbstverwaltung beim Wort nehmen", so VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck. „Außerdem erwarten wir, dass es bei der steuerlichen Belastung der Bürgerinnen und Bürger nicht durch die Hintertür zu Gebührenerhöhungen im Bereich der Entsorgungsgebühren kommt. Die Regelungen im Koalitionsvertrag sind hier widersprüchlich und wir hoffen, dass sich unsere Argumente und die der kommunalen Spitzenverbände letztlich durchsetzen", so Reck weiter.

Die kommunale Abfallwirtschaft in Deutschland hat hier bereits außerordentliche Erfolge aufzuweisen. Die Recyclingquote von über 50 Prozent der Haushaltsabfälle ist nur ein Beispiel hierfür. Auch die unabhängig von Marktpreisen vorgehaltenen Systeme der getrennten Erfassung von Abfällen haben gerade in den Zeiten der Wertstoffkrise bewiesen, dass die Daseinsvorsorge auch Voraussetzung für einen zukunftsfähigen Umgang mit Abfällen bedeutet. Schließlich steht die Energiegewinnung aus Abfall in energieeffizienten Müllverbrennungsanlagen oder aber bei der Biogasgewinnung schon lange auf der kommunalen Agenda. „Die neue Bundesregierung darf diese nachhaltigen Vorteile nicht gegen eine Privatisierung der Wertstoffwirtschaft eintauschen, die allein wirtschaftliche Gesichtspunkte über das Gemeinwohl stellt. Im Bereich der Abfallwirtschaft brauchen wir keine weitere Krise", meint Siechau.

Gerade der selektive Aufbau gewerblicher Wertstofferfassungsangebote in Zeiten hoher Erlöse und der folgende Rückzug mancher Privater bei sinkenden Weltmarktpreisen mahnen zur Umsicht bei der anstehenden Abfallrechtsnovelle - ebenso wie beispielsweise die wachsenden Überkapazitäten im Bereich der Ersatzbrennstoffverwertung durch private Investoren.

Damit Deutschland auch zukünftig als Vorbild für eine moderne und ökoeffiziente Abfallwirtschaft dienen kann, sollte man die Kompetenzen der kommunalen Abfallentsorger bei einer verbraucherfreundlichen Entsorgung vor Ort nutzen.

Damit sich die Abfallwirtschaft in Deutschland zum Wohle von Verbraucher und Umwelt weiterhin transparent, krisensicher und effizient entwickeln kann, stellt der VKS im VKU folgende Forderungen an die neue Bundesregierung:

1. Sicherung der bewährten Strukturen in der kommunalen Daseinsvorsorge einschließlich der Entscheidungsfreiheit der Kommunen über die Art der Aufgabenerfüllung.

2. Klare Regelung der kommunalen Zuständigkeit für die Entsorgung aller Haushaltsabfälle und der damit gemeinsam einzusammelnden Gewerbeabfälle (Geschäftsmüll) im Zuge der Umsetzung der EU-Abfallrahmenrichtlinie in deutsches Recht.

3. Förderung des Beitrags der Abfallwirtschaft zum Ressourcen- und Klimaschutz durch Rechts- und Planungssicherheit.

4. Übertragung der Aufgabe der Verpackungserfassung auf die Kommunen im Sinne einer verbraucherfreundlichen und vollzugstauglichen Neugestaltung der Verpackungsentsorgung und Aufnahme der Regelungen in das novellierte Abfallgesetz.

5. Klare, bundesweit einheitlich gesetzliche Regelungen zur Verhinderung von Abfallablagerungen in Ton- und Kiesgruben sowie Ausgestaltung von wirkungsvollen Kontrollen illegaler Abfalltransporte und Abfallablagerungen.

Das komplette Forderungspapier zum Download

Über den VKS im VKU

Der Verband kommunale Abfallwirtschaft und Stadtreinigung im VKU vertritt die Interessen der kommunalen Abfallwirtschaft und Stadtreinigung und der damit zusammenhängenden Betriebszweige und Dienstleistungen. Der VKS im VKU pflegt eine enge Zusammenarbeit mit Bund, Ländern und den kommunalen Spitzenverbänden sowie mit Verbänden der öffentlich-rechtlichen und privaten Entsorgungswirtschaft. Er berät und informiert seine aktuell 424 ordentlichen Mitglieder rund um die Themen kommunale Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Winterdienst. Darüber hinaus fördert er den Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedern sowie die Aus- und Fortbildung von Fachkräften.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

VKS im VKU

Elisabeth Mader

Brohler Straße 13

50968 Köln

Fon: 0221-3770-360

E-Mail: mader@vku.de